Vorträge und Veranstaltungen
Prof. Dr. Julia Hillner (Universität Bonn) hält am 21.05.2026 einen Vortrag mit dem Titel "Sinn oder Sinnlichkeit: Kaiserliche Ehen in der Spätantike" In jeder Monarchie spiegeln die Wahl des Ehepartners durch den Herrscher sowie die Entscheidungen darüber, mit wem Verwandte verheiratet werden, das Selbstverständnis dieses Regimes wider. Die Heiratsstrategien der römischen Kaiser müssen aus dieser Perspektive noch systematisch erforscht werden. Dieser Vortrag widmet sich der Brautwahl spätantiker Kaiser, von der Tetrarchie bis zu Phokas (602-610 u. Z.). Dabei geht es zum einen darum, aus dieser Wahl Strategien im obigen Sinne abzuleiten, um das Selbstverständnis des spätantiken Kaisertums näher zu beleuchten. Auf der anderen Seite sollen Geschichten von spätantiken Kaisern, die angeblich aus Liebe heirateten, in ihre historischen Zusammenhänge eingeordnet werden.
Herr PD Dr. Christoph Michels (Münster) hält am 30.10.2025 einen Vortrag mit dem Titel "Marc Aurel - ein Kaiser und seine Briefe". Der „Philosophenkaiser“ Marc Aurel sticht unter den römischen Principes auch deswegen hervor, da zu ihm gleich zwei einzigartige Quellen vorliegen: seine Selbstbetrachtungen und die Briefe, die Marcus mit seinem Rhetoriklehrer M. Cornelius Fronto zunächst als Schüler und ‚Prinz‘, dann als Herrscher austauschte. Beide Quellen ermöglichen auf den ersten Blick einen überaus ‚privaten‘ Zugriff auf die Person des Kaisers. Wie sein ‚philosophisches Tagebuch‘, muss jedoch auch seine über ein Vierteljahrhundert reichende Korrespondenz genau interpretiert werden, um belastbare Aussagen für die Entwicklung des Kaisers gewinnen zu können
Prof. Dr. Ortwin Dally (DAI Rom) hält am 30.04.2026 einen Vortrag mit dem Titel "Forschungen zur Topographie des Kapitols. Neue Einblicke in die Stadtgeschichte Roms in Antike, Mittelalter und Neuzeit." Der Vortrag stellt die vorläufigen Ergebnisse des Forschungsprojekts der Sovrintendenza Capitolina ai Beni Culturali und des Deutschen Archäologischen Instituts vor zur archäologischen und bauhistorischen Geschichte des südlichen Hälfte des Kapitols. Die Ausgrabungen im Garten des Instituto di Corrispondenza Archeologica und des ehemaligen protestantischen Hospitals eröffnen uns eine neue Perspektive auf die wichtigsten Phasen der kulturhistorischen Entwicklung Roms: das Heiligtum des Jupiter Optimus Maximus, das Mittelalter, das 16. und 17. Jahrhundert und schließlich das 19. Jahrhundert, als der westliche Gipfel des Hügels in den Besitz Preußens überging – eine Voraussetzung für die Gründung des Instituto di Corrispondenza Archeologica als Vorgänger des DAIs.
Prof. Dr. Dorothe Rohde (Bonn) hält am 18.06.2026 einen Vortrag mit dem Titel "Rosa Rosen aus dem Paestum: Zur Verflechtung von Markt, Religion und Urbanität."
Herr Dr. Thomas Otten (MiQua Köln) hält am 09.07.2026 einen Vortrag aus dem Bereich MiQua in der Römerstr. 164, 53117 Bonn.
Herr Prof. Eckhard Wirbelauer (Universität Strasbourg) hält am 24.04.20254 einen Vortrag mit dem Titel "Der 28. Oktober 312 und seine Folgen: Eine Wende in Rom". Als Maxentius an der Milvischen Brücke Schlacht und Leben verlor, brach für die Römer eine Welt zusammen, die erst wenige Jahre zuvor (306) begonnen hatte. Denn mit Maxentius herrschte seit langem wieder ein Kaiser in Rom selbst, der noch dazu durch seine Handlungen deutlich machte, dass die Stadt selbst seine Herrschaft legitimieren sollte. Die Niederlage brachte also gerade die führenden Familien der Stadt in größte Nöte, denn es galt nun, Beziehungen zum Sieger aufzubauen und den bisherigen Kaiser vergessen zu machen. In dem Vortrag werden die Etappen dieser Wende aus der Sicht der Besiegten bis zur Errichtung des Bogens für Konstantin nachgezeichnet
Frau Dr. des. Linda Stoeßel (Bonn) hält am 11.06.2026 einen Vortrag mit dem Titel "Ästhetik antiker Wirtschaftsräume im Rom der späten Republik und frühen Kaiserzeit". In der späten Republik bilden sich in Rom erstmals verschiedene Bautypen wie Macella, Basiliken und Horrea heraus, die explizit für wirtschaftliche Aktivitäten gedacht waren. Diese neue Bauaufgabe entstand durch die Anforderungen hoher Bevölkerungszahlen, einer nachhaltigen Getreideversorgung und der gestiegenen Nachfrage an Alltags- und Luxusgütern. Ab dem 2. Jh. v. Chr. werden diese monumentalen Bauten mit teils aufwändiger Ausstattung von Mitgliedern der Oberschicht gestiftet. Ihre Form- und Dekorelemente prägen ein künstlerisches Eigeninteresse und spezifische Formtypen aus, die auf bestimmte Funktionen und Nutzungsweisen ausgelegt waren. Darüber hinaus transportierten die Bauten mit ihren Gestaltungskonzepten nicht nur gezielte Semantiken, sondern erwiesen sich auch als Testfeld u. a. für innovative Bautechniken.
Frau Dr. Elisavet Sioumpara (Athen) hält am 06.02.2025 einen Vortrag mit dem Titel "Menschen, Steine, Donationen – Eine Objektbiographie von Familienweihungen auf der Athener Akropolis". Im Vortrag werden zwei Familienweihungen von der Athener Akropolis besprochen, die im Temenos westlich des Parthenon aufgestellt waren. Die Neuzuweisung von mehreren Blöcken zu deren Basen ermöglicht eine neue Rekonstruktion dieser außerordentlichen Monumente. Sie zählen zu den größten Dedikationen auf der Athener Akropolis. Eine Untersuchung des gesamten Monuments unter Einbeziehung der neuzugewiesenen Blöcke deuten u.a. auf eine sehr schnelle Anpassung des lykurgischen Athens an die neuen Machtverhältnisse nach der Schlacht von Chaironeia hin. Weitere Lebensstationen des Sockels bereichern die Biographie dieses zweiten Monuments und liefern neue Anregungen für Überlegungen zur Kulttopographie der röm. Akropolis und zum Kaiserkult im röm. Athen.
Der Förderverein des Akademischen Kunstmuseums Bonn wurde 1996 gegründet, um das Museum, die bedeutende, seit über 200 Jahre bestehende Antikensammlung der Universität, zu unterstützen. Einführung, Grußworte, Festvortrag: Dr. Daniel Graepler (Kustos der Sammlungen am Archäologischen Institut der Georg-August-Universität Göttingen), „Sehschule, Forschungslabor und Schnittstelle zur Öffentlichkeit: Vom Nutzen archäologischer Universitätssammlungen heute“, Ehrungen, Empfang im Foyer
Öffentliche Führung im Akademischen Kunstmuseum Bonn: Monumente stolzer Frauen – Die Nikandre und andere Geschenke an die Götter
Frau Prof. Dr. rer. nat. Susanne Greiff hält am 27.06.2024 einen Vortrag mit dem Titel "Exotische Herkunft und magische Namen – Gemmenminerale naturwissenschaftlich betrachtet". Die Faszination für farbenfrohe Minerale und Gesteine ist seit der Frühzeit belegt. Verzierte Gemmen sind dabei ein relativ spätes Phänomen. Jenseits der Bildnisse trägt auch die Natur der Materialien zum Faszinosum bei: oft mit der Farbe verknüpft, bisweilen mit der Kenntnis einer exotischen Herkunft, Entstehungsmythen und magischen Bedeutungen. Aber: Wachsen Edelsteine wirklich im Kopf des Greifs? Woher hat der Karfunkelstein seinen Namen? Wie weit reichten die Handelsbeziehungen für das begehrte Rohmaterial? Entstehung, Herkunft und Identität können mit wissenschaftlichen Methoden geklärt werden. Doch der Zauber leuchtender Steine bleibt ungebrochen. Der Vortrag stellt Methoden zur Identifizierung und Herkunftsbestimmung vor und erläutert, wie man in alten Texten dem Wandel der Namen auf die Spur kommt.
"Schwarz, Rot, Bunt – Die Entwicklung der griechischen Vasenmalerei" Griechische Keramik ist eine der Hauptgattungen in der Klassischen Archäologie. Vor Jahrtausenden gebrannt, sind die Gefäße und Scherben bis heute sehr gut erhalten. Keramik hilft nicht nur dabei, archäologische Befunde zu datieren, sondern sie gibt auch Auskunft über viele Aspekte der antiken Welt. Besonders interessant sind die Bemalungen. In der Führung werden die verschiedenen Verzierungstechniken und ihre Entwicklung während der Klassischen Antike vorgestellt. Außerdem geht es um die dargestellten Motive und Bildthemen. Sie geben Auskunft über Handelskontakte, Kultur- und Technologieaustausch, über die antike Götter- und Heldenwelt sowie den Alltag der Menschen vor 2.500 Jahren. Treffpunkt ist der Haupteingang des Museums, zu finden an der Gebäudefassade parallel zur Römerstraße (s. www.antikensammlung.uni-bonn.de).
Materielle Objekte stehen im Mittelpunkt archäologischer Forschung und Lehre. Als sich die Klassische Archäologie an den Universitäten als eigenes Lehrfach konstituierte, musste daher für die Bereitstellung geeigneten Anschauungsmaterials gesorgt werden. Zentrale Bedeutung kam zunächst den Gipsabguss-Sammlungen zu. Später wurde auch originales Fundmaterial in immer größerem Umfang zu Lehrzwecken gesammelt. Erst in neuerer Zeit werden archäologische Universitätssammlungen immer intensiver auch für die Öffentlichkeitsarbeit des Faches genutzt, in Form von Sonderausstellungen, Führungen und museumspädagogischen Aktionen, die sich an ein allgemeines Publikum richten. Der Vortrag zeigt die vielfältigen Möglichkeiten, aber auch die Schwierigkeiten auf, die mit der Arbeit archäologischer Universitätssammlungen heute verbunden sind. Die besondere Bedeutung des Bonner AKMs als einer der ältesten und wichtigsten Einrichtungen ihrer Art tritt dabei deutlich hervor.
Öffentliche Führung im Akademischen Kunstmuseum Bonn: Monumente und Bilder für das Jenseits – Die Griechen und der Tod
Öffentliche Führung im Akademischen Kunstmuseum Bonn: Spektakuläre Bilder für Fans? Gladiatoren, Venatores und Wagenlenker als Themen der Kleinkunst
Öffentliche Führung im Akademischen Kunstmuseum Bonn: Von Angesicht zu Angesicht – Antike Frauen im Porträt
Öffentliche Führung im Akademischen Kunstmuseum Bonn: Als unsterbliche Erinnerung an den sterblichen Körper – Griechische Porträtstatuen und ihre Funktionen (7.–1. Jh. v. Chr.)
Öffentliche Führung im Akademischen Kunstmuseum Bonn: Tempus fugit – Wahrnehmung und Darstellung von Zeit in der antiken Welt
Öffentliche Führung im Akademischen Kunstmuseum Bonn: Die Fremden und wir – Kulturkontakte in der Klassischen Antike
Dr. des. Anna Klara Falke (LVR-Landesmuseum Bonn) hält am 16.04.2026 einen Vortrag mit dem Titel "Römische Brücken im Vorderen Orient". Für die Infrastruktur in römischer Zeit bildeten Brücken eine wichtige Grundlage, um natürliche Hindernisse zu überwinden. Steinerne Brücken mit Rundbögen sind auch heutzutage noch vielerorts sichtbar. Diese Bautechnik verbreitete sich in den römischen Provinzen, so auch im Vorderen Orient. Dort sind es vor allem Wadis, die nicht ganzjährig Wasser führen, die überspannt werden mussten. Dementsprechend wurde der Brückenbau in der Region angepasst und weist einige Besonderheiten auf. Besonders gut nachvollziehen lässt sich dies an der Nordost-Brücke in Bet She’an im heutigen Israel, die innerstädtisch errichtet wurde und schräggestellte Pfeiler besitzt. Im Vortrag wird diese Brücke im Kontext des römischen Brückenbaus in der Region vorgestellt.