Die Ausstellung Landscapes in Transformation. The Cochabamba Valley beyond the Incas kann seit dem 14.04.2026 besucht werden.
Aktuelle Ausstellungen im BASA-Museum
Der Ausstellungsraum des BASA-Museums wird mit wechselnden Sonderausstellungen bespielt. Hier finden Sie Informationen über die aktuelle(n) Ausstellung(en).
Landscapes in Transformation. The Cochabamba Valley beyond the Incas
Die Ausstellung ist ein Ergebnis des DFG-geförderten Forschungsprojekts „Das Zentrum und das Lokale im Gleichgewicht: Mobilisierung und Produktionsstrategien des Inka- und frühen Kolonialstaats in Cochabamba, Bolivien (2022-2026)“. Sie lenkt den Blick vor allem auf die Landschaft und die Spuren, die verschiedene gesellschaftliche Systeme hinterlassen haben.
Das Cochabamba-Tal im heutigen Bolivien ist um 1500, nur wenige Jahrzehnte vor der spanischen Eroberung, zu einem wichtigen Zentrum der landwirtschaftlichen Produktion und damit überaus bedeutsam für die Konsolidierung des Inka-Staats geworden. Cochabamba (Quechua), „Ebene mit Lagunen“, ist ein Tal mit einer langen Besiedlungsgeschichte, das Einflüsse aus verschiedenen Teilen der Anden erfuhr. Das Projekt hat die drastischste Veränderung der Tallandschaft untersucht, die mit der Eroberung durch die Inka einherging. Nachdem die Inka die ansässigen Gruppen vertrieben hatten, sandten sie etwa 14000 mitimaes, d.h. zwangsweise Umgesiedelte, mit ihren Familien aus allen Regionen des Inka-Staats in das Cochabamba-Tal. Die Aufgabe dieser neuen Bodenbauern bestand darin, auf den ihnen von den Inka zugewiesenen Feldern vor allem Mais anzubauen. Dank der fruchtbaren Böden konnte so die Versorgung der Armee für weitere Eroberungen im Norden, dem heutigen Ecuador, sichergestellt werden. Die rund 4000 Lagerhäuser (qollqas), die auf den Hügeln südlich der staatlichen Felder im Cochabamba-Tal liegen, lassen das Ausmaß der Maisproduktion erahnen.
Über diese Lagerhäuser hinaus blieb aber die Anwesenheit der Inka im Tal weitgehend unsichtbar, so dass wir Methoden entwickeln mussten, diese sichtbar zu machen. Wir konnten Teile des Straßennetzes rekonstruieren, das die staatlichen Felder mit den Lagerhäusern, den Wegstationen (tambos), alten, vor-inkaischen wak’as (sakralen Orten) und dem auf einem Felssporn liegenden administrativen Zentrum der Inka, Inkarracay, verbindet. All dies sind eindeutige Hinweise auf die inkaische Herrschaft. Darüber hinaus liefern Archivdokumente aus der Kolonialzeit, insbesondere die Erinnerungen von Zeugen in Landstreitigkeiten, Informationen über die Inka in Cochabamba.
Wie der Titel verrät, geht es in der Ausstellung auch um die Phänomene im Cochabamba-Tal, die bis in die Gegenwart reichen. So blieben in vielen Teilen der Anden die wak’as weiterhin heilige Stätten, so wie es bei der prä-inkaischen wak’a des Tata Santiago der Fall ist. Moderne Pilgerorte, die unzählige Menschen, auch aus dem Ausland, anziehen, wie Urkupiña mit einem Komplex von Lagerhäusern aus der inkaischen Zeit in seiner Nähe, greifen ebenfalls in die Landschaft ein und verändern sie. Das „Heiligtum von Shirley“ gewann nach einem Gewaltverbrechen an Bedeutung und wurde – wie Urkupiña – zu einem neuen Orten populärer Glaubensvorstellungen, des Wünschens und des Gedenkens. Der Genuss von chicha, einem rituellen Getränk aus fermentiertem Mais, und die Praxis des Trankopfers, ch’alla, verbinden diese verschiedenen, die Landschaft immer wieder verändernden Orte.
Die Texte der Ausstellung sind auf Spanisch verfasst. Übersetzungen ins Englische sind per QR-Codes zugänglich.
Die Ausstellung ist dienstags bis donnrstags von 12 bis 16 Uhr und freitags von 10 bis 14.30 geöffnet. Der Eintritt ist frei. Die genauen Öffnungszeiten finden Sie hier.
E-Mail: basa@uni-bonn.de
Telefon: 0228 / 73-5737
Kontakt
BASA-Museum. Bonner Amerikas-Sammlung
Oxfordstraße 15
53111 Bonn
Ansprechpartner*innen
Alex Hohnhorst, B.A.
Maya Saupe Morocho, B.A.
Lars-Michael Schacht, B.A.
Teilprojekt Ethnologie/Altamerikanistik im Verbund-Projekt SiSi