Mit dem Band Visual Representations – Handbook of the Anthropocene in Latin America VI ist kürzlich ein neuer Sammelband bei Bielefeld University Press erschienen. Er ist Teil der sechsbändigen Reihe The Anthropocene as Multiple Crisis: Perspectives from Latin America, die von Olaf Kaltmeier, Eleonora Rohland, Gerardo Cham und Susana Herrera Lima herausgegeben wird.
Ziel des Handbuchs ist es, das Anthropozän aus der Perspektive einer Region des Globalen Südens zu reflektieren. Die Reihe bietet eine Plattform, um die vielfältigen sozio-ökologischen Krisen des Anthropozäns aus einer spezifisch lateinamerikanischen Perspektive zu diskutieren, ohne dabei ihre globalen und planetaren Dimensionen aus dem Blick zu verlieren. Zugleich verfolgt sie das Ziel, aus der Perspektive der lateinamerikanischen Sozial- und Geisteswissenschaften die unterschiedlichen Umweltkrisen zu systematisieren, die mit der Überschreitung planetarer Grenzen und der Herausbildung des neuen geologischen Zeitalters des Anthropozäns verbunden sind.
Der vorliegende sechste Band widmet sich insbesondere der Rolle visueller Darstellungen. Er untersucht, wie Bilder, Karten, künstlerische Darstellungen und andere visuelle Medien dazu beitragen, Umweltveränderungen sichtbar zu machen, historische Entwicklungen zu interpretieren und gesellschaftliche Debatten über Natur, Ressourcen und Umweltkrisen zu prägen.
Auch Wissenschaftlerinnen der Abteilung Altamerikanistik und Ethnologie sind mit Beiträgen vertreten:
Prof. Dr. Karoline Noack mit dem Kapitel „Acequias Built by the Indians“ sowie Prof. Dr. Carla Jaimes Betancourt mit dem Beitrag „From the Shores of the Sea to the Lands of Quito“.
Mit ihren Beiträgen bringen beide Autorinnen Perspektiven aus der Altamerikanistik und Ethnologie in die interdisziplinäre Diskussion über Umweltgeschichte, visuelle Kultur und die Genealogie des Anthropozäns in Lateinamerika ein.